self portrait series, since 2019 
Seit 2019 beschäftige ich mich in einer fortlaufenden fotografischen Serie mit der Dekonstruktion und Neuverhandlung des eigenen Selbstbildes.
Ausgehend von der Frage nach Erotik und ihrer Konstruktion durch Wahrnehmung, Erinnerung und gesellschaftliche Prägung entwickelte sich die Arbeit zunehmend zu einer Untersuchung von Identität, Körperlichkeit und Sichtbarkeit. Im Zentrum steht dabei nicht die Darstellung einer Person, sondern die Auflösung ihrer Lesbarkeit.
Durch Fragmentierung, Überlagerung und Abstraktion entziehen sich die fotografierten Körper einer eindeutigen Zuordnung. Gesichter verschwinden, Körper werden zu Formen, Oberflächen oder Spuren. Es entstehen Bilder, die sich zwischen Präsenz und Abwesenheit, Intimität und Distanz, Wiedererkennbarkeit und Verlust bewegen.
Die Arbeit speist sich aus persönlichen Erfahrungen des Sich-Selbst-Infragestellens und der fortlaufenden Suche nach einer eigenen Position innerhalb gesellschaftlicher Vorstellungen von Körper, Geschlecht, Begehren und Identität. Sie fragt danach, welche Formen der Selbstdarstellung sichtbar sein dürfen, welche Erwartungen an Körper geknüpft werden und wie sich diese Zuschreibungen verschieben oder verweigern lassen.
Parallel zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbstbild entwickelte sich auch die fotografische Praxis stetig weiter. Verschiedene analoge und digitale Verfahren wurden dabei zu Werkzeugen einer künstlerischen Suche, in der sich die Grenzen zwischen Dokumentation, Transformation und Abstraktion zunehmend auflösten. Durch Eingriffe in Material und Bildträger entstehen Arbeiten, die den fotografischen Körper nicht dokumentieren, sondern transformieren.
Die Serie versteht Identität nicht als festen Zustand, sondern als einen fortlaufenden Prozess des Werdens. Der Körper erscheint dabei weniger als Träger einer eindeutigen Bedeutung denn als veränderliche Landschaft, auf der sich Erfahrungen, Projektionen und Möglichkeiten einschreiben.


Since 2019, I have been exploring the deconstruction and renegotiation of one’s own self-image in an ongoing photographic series.

Starting from the question of eroticism and how it is constructed through perception, memory and social conditioning, the work has increasingly evolved into an investigation of identity, physicality and visibility. 
The focus is not on the representation of a person, but on the dissolution of their legibility.

Through fragmentation, superimposition and abstraction, the photographed bodies elude unambiguous classification. Faces disappear; bodies become forms, surfaces or traces. The result is a series of images that oscillate between presence and absence, intimacy and distance, recognisability and loss.

The work draws on personal experiences of questioning one’s own self and the ongoing search for one’s own position within societal notions of the body, gender, desire and identity. It explores which forms of self-representation are permitted to be visible, what expectations are attached to bodies, and how these attributions can be shifted or rejected.

In parallel with the exploration of my own self-image, my photographic practice also continued to evolve. Various analogue and digital techniques became tools in an artistic quest in which the boundaries between documentation, transformation and abstraction increasingly dissolved. Through interventions in the material and the image carrier, works emerge that do not document the photographic body, but transform it.

The series conceives of identity not as a fixed state, but as an ongoing process of becoming. The body appears less as the bearer of a unambiguous meaning than as a shifting landscape onto which experiences, projections and possibilities are inscribed.

being, handcut collage on Hahnemühle, ca. 70x100cm, 2019

digital collage of photographies, 2022

digital photography, 2022

analogue photographs, 08/21

handcut collage of digital photographies, 2019

manipulated polaroid, 04/24

You may also like

Back to Top